EU GREEN RULES: WAS DAS FÜR DACH BEDEUTET
Stand: Ende 2025
WAS PASSIERT IST
80 Prozent der EU-Unternehmen fallen aus den Nachhaltigkeits-Berichtspflichten.
Nach drei Jahren Vorbereitung.
Die neuen Schwellen:
1.000 Mitarbeiter und 450 Millionen Euro Umsatz.
Vorher: 250 Mitarbeiter.
Das ist nicht mehr Vereinfachung.
Das ist Neustart.
WAS DAS BEDEUTET
Stellen Sie sich vor, Sie haben drei Jahre lang Ihr Haus umgebaut.
Neue Fenster bestellt.
Handwerker koordiniert.
Budget freigegeben.
Dann sagt der Architekt:
Andere Vorschriften jetzt.
Ihre Hausgrösse fällt nicht mehr drunter.
Die Fenster sind schon da.
DIE ZAHLEN
Nachhaltigkeits-Reporting (CSRD):
Vorher: 250 Mitarbeiter.
Jetzt: 1.000 Mitarbeiter und 450 Millionen Umsatz.
Lieferketten-Due-Diligence (CSDDD):
Vorher: 500 Mitarbeiter, 150 Millionen Umsatz.
Jetzt: 5.000 Mitarbeiter und 1,5 Milliarden Umsatz.
Non-EU-Unternehmen:
Vorher: 150 Millionen EU-Umsatz.
Jetzt: 450 Millionen EU-Umsatz.
Geschätzte Reduktion:
80 bis 90 Prozent der ursprünglich betroffenen Unternehmen.
KONKRET: DACH
Ein deutsches Industrieunternehmen mit 800 Mitarbeitern und 300 Millionen Umsatz.
Vorher: CSRD-pflichtig ab 2026.
Jetzt: Nicht mehr im Scope.
Ein Schweizer Zulieferer mit 2.000 Mitarbeitern und 600 Millionen Umsatz.
Vorher: Lieferketten-Due-Diligence.
Jetzt: Nur noch CSRD-Reporting. Keine Due-Diligence-Pflicht.
Die Compliance-Abteilungen haben Systeme aufgebaut.
Die Systeme werden jetzt nicht gebraucht.
DIE GLEICHZEITIGKEIT
Die grossen Unternehmen bleiben berichtspflichtig.
Ihre Lieferketten sind es nicht mehr.
Das bedeutet:
Die Grossen brauchen trotzdem Daten von den Kleinen.
Aber ohne regulatorischen Hebel.
Compliance wird zu Verhandlung.
Standardisierung wird zu Einzelabsprache.
DAS KOORDINATIONSPROBLEM
Der Einkauf sagt: "Wir brauchen die ESG-Daten von unseren Zulieferern."
Der Zulieferer sagt: "Wir sind nicht mehr verpflichtet. Was zahlen Sie dafür?"
Die Rechtsabteilung sagt: "Wir können das nicht mehr einfordern."
Drei Realitäten.
Eine Lieferkette.
WAS DAS FÜR IHRE PLANUNG BEDEUTET
Wenn Sie unter den neuen Schwellen liegen:
Ihre Compliance-Investitionen der letzten drei Jahre haben keinen regulatorischen Zweck mehr.
Aber: Die Systeme existieren. Die Frage ist, was Sie damit tun.
Wenn Sie über den neuen Schwellen liegen:
Ihre Lieferketten-Partner sind nicht mehr verpflichtet, Ihnen Daten zu liefern.
Das wird neu verhandelt. Nicht regulatorisch. Kommerziell.
Wenn Sie Zulieferer sind:
Ihre grossen Kunden werden trotzdem fragen.
Sie können jetzt Bedingungen stellen. Oder Beziehungen stärken.
DIE POLITISCHE REALITÄT
Die Abstimmung war knapp.
Die Begründung: Wettbewerbsfähigkeit.
Das Argument ist nicht neu.
Die Geschwindigkeit der Kursänderung schon.
Drei Jahre Vorbereitung.
Dann Neustart.
DIE EHRLICHE ANTWORT
Wer vorbereitet hat, hat Systeme.
Wer gewartet hat, hat Flexibilität.
Beide Situationen haben Konsequenzen.
Unterschiedliche.
Die Frage ist nicht: Wer hatte recht?
Die Frage ist: Wie geht es jetzt weiter?
Wer Systeme hat, kann sie nutzen — auch ohne Pflicht.
Wer keine hat, muss entscheiden: Aufbauen oder warten?
Die Regulierung hat sich geändert.
Die Erwartungen der Kunden möglicherweise nicht.
Projekt blockiert durch Compliance-Unsicherheit?
Verschiedene Abteilungen operieren aus verschiedenen Regelwerken?
Das ist keine Rechtsfrage.
Das ist eine Koordinationsfrage.
Die Regeln ändern sich.
Die Systeme in den Köpfen passen sich langsamer an.
Das ist der Lag. Das ist wo Navigation anfängt.
Quellen: Politico, European Commission, European Parliament (Dezember 2025)
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